Faltstores für Allergiker

Kategorie: Pflegetipps


A29_Foto2Menschen, die an einer Hausstauballergie leiden, müssen viele Einschränkungen bei der Dekoration hinnehmen. Bei schweren Allergien muss meist auf Gardinen oder andere elektrostatische Sonnenschutzvorrichtungen verzichtet werden. Jetzt gibt es das erste Faltstore speziell für Allergiker. Im ersten Teil erfahren Sie, was eine Allergie eigentlich ist, wie sie sich zeigt und was Sie zur Linderung der Beschwerden tun können.

Was ist eine Allergie und was löst eine Hausstauballergie aus?

Eine Allergie ist eine Reaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe, wie Blütenpollen oder Hausstaub. Das Immunsystem bildet Antikörper gegen diese Allergene und versucht diese vermeintlichen Krankheitsauslöser zu bekämpfen.

Das Allergen, also der Auslöser, ist beim Hausstaub der Kot von Milben. Milben sind kleine Spinnentiere, sie leben vor allen in warmen und feuchten Gegenständen und Möbeln. Besonders in Matratzen, Teppichen und Kopfkissen fühlen sich die Milben wohl und können sich schnell vermehren. Hausstauballergien sind wie, alle anderen Allergien, auf dem Vormarsch und treten immer häufiger auf. Selbst Kinder leiden immer öfter an Allergien.

Daran erkennen Sie eine Hausstauballergie

Eine Allergie zeigt sich häufig als Dauerschnupfen, dieser kann als Fließschnupfen oder mit verstopfter Nase auftreten. Weiterhin haben Allergiker oft juckende, gerötete oder brennende Augen. Sehr empfindliche Menschen können zudem an Hautausschlag, Juckreiz oder am Endogenen Hautekzem, der Neurodermitis, leiden. Heftige Niesanfälle am Morgen oder auch nachts sind ebenfalls Symptome der Hausstauballergie. Wenn die Allergie bereits einen Etagenwechsel vollzogen hat, können außerdem Husten, Atemnot und Brustenge auftreten. Beim Etagenwechsel reagieren auch die Bronchien auf die Allergene, es kommt zu allergischem Asthma. Dieser Wechsel ist vor allem bei Kindern problematisch, da sich die Allergie so manifestiert und es zu weiteren Allergien und Kreuzallergien kommen kann. Schwellungen des Rachens und der Nasenschleimhaut kommen ebenfalls häufig vor. Die Symptome einer Hausstauballergie auf einen Blick:

  • Brennende, juckende oder gerötete Augen
  • Tränende und geschwollene Augen am Morgen
  • Fließschnupfen oder eine verstopfte Nase
  • Niesanfälle, vor allen morgens und nachts
  • Hautausschlag und Juckreiz
  • Atemnot, Husten und Brustenge
  • Schwellung der Rachen- und Nasenschleimhaut

Behandlung der Hausstauballergie

Das Ziel der Behandlung liegt in der Therapie der Symptome und dem vermeiden des Allergenkontaktes. Da Hausstaub überall in der Wohnung vorkommt, kann dieser nicht komplett vermieden werden. Eine geringe Allergenbelastung wirkt sich jedoch lindernd auf die Symptome aus. Als sehr wirkungsvoll haben sich sogenannte allergendichte Matratzenbezüge erwiesen. Auch Allergiker-Bettwäsche und Schutzbezüge für Kissen und Decken sind bei starken Allergien sinnvoll. Gardinen oder andere Stoffe, die Staub anziehen sollten gemieden werden. Ein Faltstore, speziell für Allergiker konzipiert, ist eine gute Alternative zu Gardinen oder Jalousien.

Als Medikamente können sogenannte Antihistaminika, wie Cetirizin oder Loratadin, zur Anwendung. Sie können auch dauerhaft eingenommen werden, ohne dass sich der Körper daran gewöhnt. Bei empfindlichen Menschen können diese Medikamente allerdings müde machen, dann empfiehlt sich die Einnahme am Abend.

Auch das Immunsystem kann direkt behandelt werden, eine solche Therapie heißt Hyposensibilisierung. Dabei werden kleinste Mengen des Allergens gespritzt, um das Immunsystem daran zu gewöhnen und die Symptome zu mildern. Eine solche Behandlung dauert bis zu drei Jahre und verspricht eine dauerhafte Linderung. Vor allen Kinder und erst kürzlich aufgetretene Allergien lassen sich damit sehr gut in den Griff bekommen.

Bei akuten Beschwerden wird mit Notfallmedikamenten behandelt. Dies sind beispielsweise das Asthmaspray, Cortison-Lösungen und schnell wirksame Antiallergika.

So können Sie Hausstaub wirksam reduzieren

  1. Staubfänger, wie große Gardinen oder viel Dekoration, gehören nicht ins Schlafzimmer, auch Langflor-Teppiche sollten Sie vermeiden.
  2. Regelmäßiges Lüften und eine geringe Luftfeuchtigkeit reduzieren die Milbenbelastung. Die Zimmertemperatur sollte bei 14 bis 20 °C liegen, die relative Luftfeuchtigkeit sollte nicht über 60 Prozent liegen.
  3. Unter dem Bett sollte die Luft gut zirkulieren können, ein Lattenrost aus Holz oder Draht lässt ausreichend Luft an die Matratze.
  4. Nutzen Sie für die Matratze einen sogenannten Milbenschutzbezug, dieser sollte nach spätestens acht Jahren ausgetauscht werden.
  5. Waschen Sie das Bettzeug regelmäßig, bei mindestens 60°C und wechseln Sie den Bettbezug mindestens aller zwei Wochen.
  6. Stellen Sie sich so wenig wie möglich Deko in die Wohnung, lassen Sie zwei mal wöchentlich gründlich Staub wischen, am besten wird feucht gewischt.
  7. Saugen Sie die Zimmer öfter, der Staubsauger sollte einen Feinstaubfilter haben. Als besonders geeignet haben sich Staubsauger von Vorwerk erwiesen.
  8. Nutzen Sie statt Polstermöbeln besser Ledermöbel, diese können feucht abgewischt werden. Wenn Sie trotzdem Polstermöbel nutzen, behandeln Sie diese mit einem Mittel zur Milbenabtötung. Auch das regelmäßige Absaugen ist wichtig.
  9. Als Fußboden eignen sich glatte Böden, wie Laminat oder Fliesen. Eine Fußbodenheizung hilft ebenfalls, denn Milben mögen diese Wärme nicht. Wischen Sie die Fußböden häufig feucht, am besten alle zwei Tage.
  10. Staub wischen und Saugen sollten Sie als Allergiker nicht selbst, sie sollten Sich dann auch nicht im Raum aufhalten.
  11. Kuscheltiere sind für Kinder wichtig, diese sollten allerdings bei mindestens 60°C waschbar sein.

Ausblick

Im zweiten Teil erfahren Sie, wie sie Ihre Wohnung trotz Hausstauballergie dekorieren können und welche Besonderheiten das Plissee für Allergiker hat.



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