Gesundheit in den eigenen vier Wänden Teil 2

Kategorie: Pflegetipps, Plissee


A22_Foto2Im ersten Teil haben Sie Informationen über den Schadstoff Formaldehyd bekommen und weitere Schadstoffe kennen gelernt. Der zweite Teil gibt kurze Informationen über weitere Schadstoffe. Außerdem wird auf die besondere gesundheitliche Belastung von Kindern eingegangen.

Lösemittel

Sie sind vor allen in Klebern, Farben, Lacken und Holzschutzmitteln enthalten. Die Aufgabe der Lösemittel besteht darin, den Stoff bearbeitungsfähig zu machen und zu halten. In der Regel werden immer mehrere Lösemittel eingesetzt, sie bergen ein besonders hohes Gefahrenpotential für die Gesundheit. Lösemittel sind:

  • aromatischen Kohlenwasserstoffe, wie Benzol oder Styrol
  • Terpene, wie Menthol und Campher (sogenannte natürliche Lösemittel)
  • Aliphatische Kohlenwasserstoffe, wie Pentan und Hexan
  • Ketone, Aldehyde, Alkohole und Ester (zum Beispiel Ethylacetat, Aceton oder Ethanol)
  • Organische Lösemittel (Chloroform, Ethylbenzol oder Cyclohexan)

Symptome einer hohen Belastung mit Lösemitteln

Je nach Stoff werden die Organsysteme unterschiedlich stark geschädigt. Am häufigsten kommt es zu Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Rauschzuständen. Bei längerer Einwirkung können Schäden an den Nieren, der Leber, dem Herzen und an der Haut auftreten. Chronische Vergiftungen zeigen sich durch Wahrnehmungsstörungen, die chronisch-toxische Encephalopathie (eine Hirnschädigung die von Giften hervorgerufen wird), Schäden an allen Organen und die chronisch-toxische Polyneuropathie (Nervenschäden, die durch Gifte verursacht werden). Auch das Risiko, an Krebs zu erkranken ist bei längerer Einwirkung stark erhöht. Lösemittel werden oft auch als Rauschmittel konsumiert, hier ist die Gefahr ernsthafter gesundheitlicher Schäden am höchsten.
Die Symptome einer Lösemittelvergiftung sind:

  • Kopfschmerzen, Rauschzustände
  • Erbrechen, Übelkeit
  • Wahrnehmungsstörungen, bis hin zu psychiatrischen Erkrankungen
  • Organschäden
  • Hirn- und Nervenschäden mit schweren Verläufen
  • Psychische Abhängigkeit bei Lösemittelmissbrauch durch Einatmen
  • Das Krebserkrankungsrisiko ist stark erhöht

Schimmelpilze – eine Erscheinung moderner Baustoffe

Schimmelpilze sind eigentlich sinnvoll und notwendig, um organische Stoffe abbauen zu können. In Wohnungen sind sie allerdings eine große Gesundheitsgefahr, da sie die Organe, insbesondere die Lunge, schwer schädigen können. In Zeiten energetischer Sanierungen stellt besonders ein Schimmelpilzbefall ein großes Problem dar. Damit sich Schimmelpilze vermehren können, benötigen sie warme Temperaturen und viel Feuchtigkeit. Genau diese Bedingungen sind in vielen Häusern und Wohnungen zu finden, da die meisten Menschen zu viel heizen und viel zu wenig lüften. Es werden immer mehr Gebäude saniert, um Energie zu sparen, das Lüftungsverhalten der Bewohner ändert sich allerdings nicht. Besonders fatal ist Schimmel im Schlafzimmer und Kinderzimmer, denn im Schlaf atmen wir besonders tief, auch Kinder haben eine tiefere und schnellere Atmung. Ein modriger Geruch und Stockflecken sind Zeichen dafür, dass sich Schimmelpilze festgesetzt haben. Bereits jetzt fliegen die Sporen durch die Luft und belasten die Gesundheit. Schimmel bildet sich vermehrt hinter schlecht belüfteten Schränken und unter Fenstern, da hier die Luft kaum zirkulieren kann. Als Zeichen einer hohen Schimmelpilzbelastung kommt es zu Atemproblemen, Husten, Kopfschmerzen, Schleimhautreizungen und Müdigkeit. Auch ständiges Niesen, Halsschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden können auftreten. Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

  • Schimmel benötigt zum Wachsen und Vermehren Wärme und Feuchtigkeit.
  • Eine hohe Luftfeuchtigkeit und ungenügendes Lüften begünstigen die Schimmelpilzentstehung.
  • Stockflecken und muffiger Geruch sind Zeichen einer Schimmelpilzbelastung.
  • Die Sporen schädigen die Lunge, den Darm und das Nervensystem.
  • Kinder und empfindliche Menschen sind durch Schimmelpilze besonders gefährdet.
  • Symptome einer Sporenbelastung sind:
  • Kopfschmerzen
  • häufiges Niesen
  • Atembeschwerden, bis hin zu Asthmaanfällen
  • Verdauungsbeschwerden
  • Schleimhautreizungen, der Augen und Nase
  • Müdigkeit
  • Halsschmerzen

Kinder sind durch Schadstoffe besonders gefährdet

Bei Kindern ist das Immunsystem noch unausgereift und äußerst anfällig für schädliche Substanzen. Sie nehmen im Verhältnis zur Körpergröße besonders viele Schadstoffe auf, da sie aktiver als Erwachsene sind und eine tiefere Atmung haben. Hinzu kommt, dass sie kleiner als Erwachsene sind. Viele schädliche Substanzen sind am Boden höher konzentriert als auf Erwachsenenhöhe. Gifte, wie Kohlenmonoxid oder Formaldehyd, sind deshalb vor allen für Krabbelkinder und Kleinkinder sehr gefährlich. Der kindliche Organismus reagiert anders auf solche Stoffe, als der von Erwachsenen. Die Stoffe werden in den Organen gespeichert und lösen schon in geringen Konzentrationen Gesundheitsstörungen aus. Besonders anfällig sind Kinder für Erkrankungen der Atemwege und des Gehirns, da das Gehirn noch im Wachstum ist und sie eine schnellere und tiefere Atmung haben. Bei Auffälligkeiten, auch des Verhaltens, sollte deshalb auch an eine hohe Schadstoffbelastung gedacht werden, denn viele Stoffe können psychische Veränderungen verursachen. Die wichtigsten Punkte auf einen Blick sind:

  • Kinder nehmen eine größere Menge an Schadstoffen auf, da sie kleiner sind und ein geringeres Körpergewicht haben.
  • Sie haben eine tiefere Atmung und sind aktiver als Erwachsene, weshalb sie besonders viele Schadstoffe über die Lunge aufnehmen können.
  • Das Immunsystem ist noch nicht ausgereift und zudem anfälliger für solche Stoffe.
  • Da sich viele gesundheitsschädliche Stoffe am Boden finden, sind Krabbelkinder und Kleinkinder im besonderen Maße gefährdet.
  • Das Gehirn ist noch im Wachstum, was es anfällig für Störungen macht.
  • Bereits geringe Schadstoffkonzentrationen lösen bei Kindern gesundheitliche Probleme, wie Asthma, aus.
  • Verhaltensauffälligkeiten können auf eine hohe Schadstoffbelastung hinweisen.

 



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