Plissees haben eine lange Geschichte

Kategorie: Allgemein


A27In der Antike waren plissierte Stoffe Luxus. In einem aufwendigen Verfahren wurden Stoffe in Falten gelegt und zur Verzierung von Kleidungsstücken verwendet. Um den gewünschten Effekt zu erzielen, wurden feuchte Stoffgewebe gefaltet und zwischen zwei schwere Steinplatten gelegt. Die Wärme der Sonne trocknete die Stoffe und fixierte die Falten, die freilich nicht dauerhaft waren.

Falten als Schmuck für Adelige und Reiche

Erfindungsreiche Weber, Tuchmacher und Schneider verfeinerten die Plissiertechnik. Mit Stärke aus Weizen oder Wurzelextrakt fixierten sie die Falten. Anschließendes Wachsen machte die Falten beständiger, die Stoffe jedoch zunehmend schwerer. Immer noch war die Herstellung von plissierten Stoffen langwierig und mit großem Aufwand verbunden. Kleidungsstücke mit in Falten gelegten Kragen und Manschetten waren entsprechend teuer. Bis ins späte Mittelalter waren plissierte Kleidungsstücke nur den Adligen und Reichen vorbehalten. Faltenröcke und Oberteile mit plissierten Einsätzen waren mehr als ein modisches Statement, sie galten als Statussymbol. So ist die berühmte Maria Stuart auf vielen Porträts mit einem kunstvollen Faltenkragen abgebildet.

Industrialisierung macht Plisseefalten erschwinglich

Mit der Industrialisierung gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Technik der Faltenerzeugung revolutioniert. Stofffalten mussten nicht mehr mühsam von Hand gelegt werden. Maschinen übernahmen die zeitraubende Arbeit und erzeugten gleichmäßige Falten. Die breite Bevölkerung fand schnell Gefallen an Textilien, die dank moderner Maschinen relativ preiswert mit Falten verziert werden konnten. Allerdings mussten fleißige Hausfrauen Falten an Röcken, Hemden und Blusen nach dem Waschen mit dem Bügeleisen in Form bringen, denn Nässe und Wärme glättet Naturfasern. Die zunehmende Verwendung synthetischer Fasern machte diesen Arbeitsschritt überflüssig. Die Plissierung von Kunstfasern ist dauerhaft.

Drei unterschiedliche Faltenarten bringen Abwechslung in die Kreationen moderner Modedesigner. Unterschieden werden:

  • in eine Richtung gepresste Liegeplisseefalten
  • Tollplisseefalten, die aus gegeneinander verlaufenden Liegeplisseefalten bestehen
  • ziehharmonikaartig verlaufende Stehplisseefalten.

Falttechnik ist auch in der Industrie von Bedeutung

Maschinengefertigte Plisseefalten zieren im 21. Jahrhundert nicht mehr nur Kleidungsstücke. Die Möglichkeit neben dünnem Stoff auch feste Gewebe und sogar Papier, Pappe, Gummi und Draht zu plissieren machen sich viele Berufszweige zunutze. Schutzhüllen für Gelenke und Federn, Packmaterial sowie medizinische Geräte werden mithilfe moderner Plissiertechnik hergestellt. Raumausstatter begannen schon zu Ende des 19. Jahrhunderts damit, Faltenstores herzustellen. Die ersten Modelle aus Papier erwiesen sich jedoch als wenig tauglich. Erst als in den 1970er-Jahren neue Technologien entwickelt wurden, zogen erste Faltenstores als Sicht- und Sonnenschutz in private Haushalte ein. Tüftler feilten an der Technik und passten die Stoffe dem Geschmack und den Anforderungen der Verbraucher an.

Das moderne Fenster-Plissee

Faltstores lassen viel Licht in den Raum oder verdunkeln ihn total. Sie schützen vor Sonne, Kälte oder Wärme sowie vor unerwünschtem Einblick. Ihre schützenden Eigenschaften erhalten sie durch den Einsatz moderner Gewebe aus Synthetik. Spezielle Veredelungen machen die Fasern zudem Schmutz oder Nässe abweisend. Für den Objektschutz sind Flammen hemmende Stoffe vorgeschrieben. Frei wählbare Eigenschaften ermöglichen es jedem Kunden, ein Plissee zu finden, das perfekt auf seine Wünsche zugeschnitten ist.

Dekorative Stehplisseefalten

Fenster Plissees bestehen aus zwischen Schienen befestigten Stoffbahnen, die individuell an die Maße des Fensters angepasst sind. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Fenster rechteckig, rund oder spitz geformt ist. In dem maschinell in Stehplisseefalten gelegten Gewebe befinden sich Lochreihen, die sich beim Zusammenfalten der Stoffbahn exakt aufeinanderlegen. Durch die Löcher verlaufen mit Federn befestigte Spannschnüre. Somit ist es möglich, den Behang vor der Fensterscheibe zusammenzuschieben oder aufzufalten. Die Faltstores werden an den Fensterrahmen angeklebt oder angeschraubt. Dank der großen Auswahl an Farben und Mustern und aufgrund ihrer funktionellen Eigenschaften zählen Faltstores aus synthetischem Material inzwischen zu den beliebtesten Fensterdekorationen.



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